Ausflüge

Hi,

letzten Freitag um 7.45 wurde ich von meiner deutschen Chefin an meinem Apartment abgeholt. Wir waren verabredet gewesen, weil sich die gesamte Mannschaft (ca. 50 Pers) im nördlichen Mumbai zu einem Ausflug verabredet hat. Wir hatten das dortige Ramada angemietet um uns zwei Tage etwas von einem leicht spirituell angehauchten Typen etwas übers Leben/Arbeiten erzählen zu lassen. Die Inhalte lass ich mal außen vor. Aber sehr lustig war unter anderem bei den Icebreakern die Frage, wer den schon verheiratet sei, oder aber in naher Zukunft es vorhat. Die einzigen beiden, die sich nicht meldeten waren die deutsche Chefin und ich. Der gesamte Raum hat schallend gelacht. Sehr viel interessanter waren allerdings die Aktionen die wir so betrieben haben.

 

Am ersten Tag sind über nen Haufen zerbrochener Glasscherben gelaufen und haben am Abend die Gegend unsicher gemacht. Diese bestand, wie man auf einigen Bildern (Wenn der Stick es zulässt, dass ich sie hochladen kann) sehen kann hauptsächlich aus einem Slumgebiet. Schließlich haben wir es zum See Powai geschafft, indem eigentlich Krokodile schwimmen, allerdings waren die Inder so sehr damit beschäftigt Elefanten (Ganesha) da rein zu schmeißen, das sie sich sicherlich verzogen hatten. Da sind auch einige der weiteren Ganpatifotos entstanden.

 

Am zweiten Tag haben wir 2m lange Stahlstäbe gekriegt, die wir zerdrücken mussten, indem wir die Enden unterhalb des Halses in die Knochenausbuchtung einlegten und dann aufeinander zu liefen. Man verspürrt nur kurz einen Druck und dann geht man schon auf den anderen zu und der Stab ist V-förmig verbogen. Als Highlight durften wir am Nachmittag über brennende Kohle laufen, um uns zu beweisen, das wir zielfokusiert etwas unternehmen können. Ironischerweise hat sich nur die deutsche Chefin nicht übers Feuer getraut^^

 

Diesen Donnerstag bin ich dann um 5.00 Uhr aufgestanden, weil ich mir nen Trip nach Aurangabad organisiert hatte, denn dort steht eine moderne Version meines Berliner Werks. Dort mussten die Vermögenswerte überprüft werden, also quasi Inventur für das gesamte Anlagevermögen. Das sah dann so aus, dass wir zwei Tage lang durch die vier Fabriken vor Ort gelaufen sind und Klimaanlagen und den ganzen Rest gezählt haben. Das war nicht die tollste Aufgabe, aber so kenn ich jetzt die Werke wie meine Westentasche und muss sagen, dass sieht schon alles ganz ordentlich da drüben aus.

 

Am Samstag haben sich mein Kollege und ich den Fahrer genommen und noch nen bisschen Sightseeing gemacht und uns die Höhlen von Ellora angeschaut und nen Replikat vom Taj Mahal, sah sehr lustig aus. Dann haben wir nachmittags den Flieger genommen und sind zurück nach Mumbai. Am Abend hatte ich mich noch mit ein paar Deutschen verabredet und hab sie in ner Bar im Zentrum Mumbais getroffen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es vermissen würde deutsch zu sprechen, aber irgendwie hab ich es doch vermisst. Aus dem Abend resultierte ein Ausflug am nächsten Tag nach Alibag.

 

Nachdem wir Pancakes gefrühstückt hatten, machten wir uns auf den Weg, Richard (UK) und Kevin (RZA) hatten ihre Fahrer und Autos mitgebracht, zusammen mit zwei Amis. Ich und die vier Mädels passten noch bequem in die Minivans hinein. Obwohl Alibag nur 100km entfernt ist, brauchten wir rund dreieinhalb Stunden hin. Dort angekommen war noch Flut, der Strand also nicht begehbar, drum suchten wir auf der Suche nach essbaren nen Resort, das gleich um die Ecke liegen sollte. Indische Fahrer kennen sich übrigens immer aus und waren schon überall, das gilt auch für Mumbais Taxifahrer, was letztendlich darin resultierte, dass wir ne weitere Stunde rumcruisten, bis wir endlich ankamen.

 

Das sollte sich an diesem Tag noch mehrmals wiederholen. Nach dem wir gegessen hatten sind wir auf der Suche nach dem Strand ne weitere Stunde in der Gegend rum gefahren. Nach dem sich dann langsam die Ebbe einstellte, konnte man jetzt auch durch die freigewordenen Gebiete einen Weg von rund einem Kilometer zurücklegen und die lokale Festung besichtigen. Foreigners müssen bei sämtlichen Denkmälern Indiens übrigens das 10 bis 50-fache des indischen Preises zahlen...Hielt sich mit umgerechnet 1,50 aber immer noch in Grenzen.

 

Hinzu haben wir eine Pferdekutsche genommen, die wir zu zehnt besetzt haben, aber auf dem Rückweg hatten drei von uns so Mitleid mit den ungleich starken, abgemagerten Pferden, dass wir es vorgezogen haben, zu Fuß den Weg zurückzulegen. Im Anschluss daran sind wir noch vier Stunden zurück in die Heimat gefahren, wobei es an ein Wunder grenzt, dass wir noch fahren, beide Fahrer neigten doch in der Dunkelheit (so gegen 7Uhr) zu einer risikoreichen Fahrweise.

 

So, das soll es jetzt erst mal gewesen sein.

Morgen schreib ich mal nicht über das vergangene, sondern etwas aktuelles, hier alltägliches, das mich grad sehr beschäftigt...

 

Gute Nacht in die Welt

Ric

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